Den lebendigen Geist zu Markte tragen
Die unternehmerische Hochschule als Leitbild und Programm.
Vortrag und Diskussion mit Torsten Bultmann (Bund demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler)
Die gegenwärtigen “Hochschulreformen” in Deutschland folgen alle einem ähnlichen Muster. Im Kern geht es nicht mehr um Veränderungen an einer überlieferten Struktur, sondern um einen Komplettumbau, eine Neukonstruktion von Hochschulen. Es war der amerikanische Bildungsforscher Burton Clark, der 1998 den Begriff der “entrepreneurial university” erfand und populär machte. In dieser Richtung identifizierte er internationale Angleichungsprozesse der unterschiedlich geprägten nationalen Hochschulsysteme auf eine Art Leitmodell in der Epoche der Globalisierung. Dieser Begriff hat mittlerweile in Form der Lehnübersetzung “unternehmerische Hochschule” auch in die hiesige Reformpolitik Einzug gehalten.
Do, 3.12. | 18.00Uhr | Keplerstr. 17 (K2) | Besetzter Hörsaal M17.01
(nicht wie in der BESETZT-Zeitung angekündigt um 19.00Uhr)
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Die Hörsaalbesetzung an unserer Uni geht nun schon in die dritte Woche: Am 16.11.2009 wurde um die Mittagszeit der Tiefenhörsaal M17.01 in der Stadtmitte besetzt. Damit sind wir Teil der 69 Besetzungen in der BRD und der 100 Besetzungen weltweit. Eine Übersichtkarte gibt es hier, außerdem ein StudiVZ-Profil (auch ohne Account zugänglich) sowie die Übersichtseite: http://www.unsereunis.de/
Hier in Stuttgart sprach sich letzten Donnerstag eine gewaltige Mehrheit auf einer Vollversammlung für die Besetzung aus. Ein Bereicht findet sich in der aktuellen BESETZT-Zeitung, welche schon in der 4. Ausgabe erschien.
Im Hörsaal findet täglich das Plenum um 19.00Uhr statt (manchmal wegen Veranstaltungen o.ä. auch früher, einfach auf der Seite vorbeischauen). Mittlerweile wurde die Seite mit Material und Bilder aktualisert. Alles weitere gibt es auf der eigenen Seite der Hörsaalbesetzung in Stuttgart: http://www.bildungsstreik-stuttgart.de und natürlich ganz real im besetzten Hörsaal. Schaut vorbei, werdet aktiv, beteiligt euch, bringt euch ein! Nur gemeinsam können wir etwas erreichen!
Die Kritik am Polizeieinsatz auf des bundesweiten Bildungsdemonstration mehrt sich. Wir bekamen diverse Zuschriften und Augenzeugenberichte zugesandt, wo von Provokation, Beleidigung und massivem Pfefferspray-Einsatz von Seiten der Polizei gesprochen wird. So erreichte uns beispielsweise auch ein offener Brief zweier Studierender der Uni Stuttgart, worin zu lesen ist:
Sowohl die andauernde Blockade unseres Weges, als auch der Einsatz des Reizgases fand ohne jegliche Vorwarnung statt! Im Folgenden zog sich ein Ring aus zwei Reihen voll ausgerüsteter
Bereitschaftspolizisten um die Reste der Demonstration weiter zusammen. Auf wiederholtes Nachfragen verschiedener Studenten wurde seitens der Polizei keine klare Aussage gemacht und schließlich eine akute Bedrohungssituation aufgebaut. Die Nicht-Information und sich verschärfende Lage für die Eingekesselten schürten die ohnehin vorhanden Verunsicherung und Angst.
Außerdem kommt auch die Pressemitteilung der Heiderberger Studierenden, der sich die BesetzerInnen der Uni Stuttgart anschließen, auf zum gleichen Ergebnis:
„Das gewaltsame Vorgehen der Polizei steht in keinem Verhältnis zu den geringfügigen Abweichungen von den Auflagen einer Demonstration, die berechtigte und von weiten Teilen der Gesellschaft geteilte Kritik am Bildungssystem zum Ausdruck bringt,“ so eine Teilnehmerin der Demonstration.
Mittelweile musste die Polizei zugeben, dass Pfefferspray massiv eingestetzt wurde:
Die Polizei räumte am Montag ein, dass der Pfeffersprayeinsatz “massiv” gewesen sei, da die Beamten dieses Spray in größeren Gefäßen einsetzte (Quelle: Stuttgarter Zeitung, 24.11.2009 )
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