Solidarische Grüße an alle streikenden Studierenden in Österreich!

Wir, die FachschaftsVertreterInnenVersammlung der Universität Stuttgart, erklären uns solidarisch mit den Protesten gegen die Missstände im gegenwärtigen Hochschulsystem!

Stuttgart, 31.10.2009

Auch wir haben dieses Jahr in Deutschland während des Bildungsstreiks auf die Probleme im Hochschulbereich aufmerksam machen können. Das war zwingend notwendig, denn auch hier haben wir mit den gleichen Ungerechtigkeiten zu kämpfen, die sich während den letzten Jahren im gesamten Bologna-Raum zunehmend gezeigt haben.

Obwohl es auch heute noch zahlreiche Bundesländer gibt, die ohne Studiengebühren auskommen, werden diese wider besseren Wissens immer öfter durchgesetzt.
Dies führt zu einer sozialen Auslese, die wir nicht unterstützen.
Weitere finanzielle Zugangsbarrieren verschärfen diese Situation, dadurch wird vielen Interessierten der Eintritt ins Studium verwehrt.
Diese Maßnahmen lassen sich wohl darauf zurückführen, dass schlichtweg ein Kapazitätsproblem an den österreichischen Hochschulen vorherrscht.
Statt jedoch die wenigen vorhandenen Studienplätze zu rationieren, müssen die Kapazitäten ausgebaut werden!
Desweiteren fordern wir für alle Bachelor-AbsolventInnen einen rechtlichen Anspruch auf Zulassung zum Masterstudium und die damit verbundene Abschaffung der entsprechenden Hürden.

Wir als Studierendenvertreter sehen die persönliche Wesensentwicklung der Studierenden während ihrer Studienzeit als Kernelement der Bildung und unterstützen daher die Forderungen nach einer Abkehr von der Ausrichtung auf eine rein wirtschaftliche Verwertbarkeit des Studiums.
Zudem ist es leider immer noch der Regelfall, dass im universitären Betrieb katastrophale Arbeitsbedingungen herrschen und Gleichstellung nur auf dem Papier existiert.
Hochschulen müssen aus unserer Sicht, auch wegen ihrer Ausstrahlung auf die Gesellschaft, endlich darauf hinwirken, in diesen Bereichen vorbildlich zu agieren.

Diese Ziele lassen sich allerdings nur an einer ausfinanzierten Hochschule mit demokratischer Mitbestimmung aller ihrer Mitglieder realisieren. Doch die kann nur durch transparente Entscheidungsfindungsprozesse auf allen Ebenen, insbesondere der Mittelvergabe in Forschung und Lehre, erreicht werden.

Aus diesen Gründen begrüßen wir Eure Aktionen und wünschen uns, dass daraus eine konstruktive Diskussion mit den Verantwortlichen erwächst, die konkrete Verbesserungen in Richtung freier Bildung in demokratischen Hochschulen bewirkt.

Wir, die FaVeVe der Universität Stuttgart, stehen hinter Euch! Viel Erfolg!