Schwäbisch für Neigschmeckte

Wenn Du neu in Stuttgart bist, wird Dir möglicherweise das ein oder andere etwas merkwürdig vorkommen. Hier sagen wir Dir, was man als Fischkopp in Stuttgart wissen sollte

Kehrwoch

Eine heilige Institution in Schwaben. Spätestens 10 Minuten nach Einzug in die Wohnung eines schwäbischen Mehrfamilienhauses wird man über seine Rechte und Pflichten bezüglich der Kehrwoche aufgeklärt. Professionell geführte Häuser kennen selbstredend auch verschiedene Abstufungen wie "große" und "kleine" Kehrwoche. Zu den Standardaussagen der älteren Dame aus dem Stock darüber gehört die Frage: "Gell, Sie butzet aber au die Kandel naa?" (wörtlich: "Sie fegen aber auch den Rinnstein, oder?" eigentliche Bedeutung: "Ich habe das Gefühl, dass die studentischen Mitglieder unserer Hausgemeinschaft ihrer Kehrwochenpflicht nicht zufriedenstellend nachkommen.")

Mauldaschâ, Mauldäschle

Die Maultasche gehört zum Standardrepertoire der schwäbsichen Küche. Ein Zweitname für die Maultasche ist "Herrgotsbscheißerlâ". So sieht nach Auffasung der Schwaben der Liebe Gott zwar alles, aber kein im Teigmantel verstecktes Fleisch und so muss der Schwabe auch am Karfreitag nicht auf seine Portion Fleisch verzichten.

Lensâ ond Schbätzlâ (ond Saitâ)

Die Leibspeise der Schwaben. Linsen mit typisch-schwäbischen Eierspätzle und Saitenwürstchen (Wiener Würstchen). Eines der wenigen Gerichte, das man zu jeder Zeit in der Mensa bedenkenlos essen kann.

Bubaschbitzlâ

Im Rest der Nation auch als Schupfnudeln bekannt, wird diese Speise nach Ihrem Aussehen im schwäbischen Bubaschbitzlâ genannt. Am liebsten isst der Schwabe seine Bubaschbitzlâ mit Kraut.

Bäsâ

Zum einen natürlich das wichtigste Werkzeug bei der Kehrwoche, zum anderen aber auch die Bezeichnung der typischen schwäbischen Weinstube. Hier können die Wengerter (Weingärtner) ihren selbstangebauten Wein ausschenken. Dies wird durch einen ausgehängten Besen symbolisiert ("Wo d'r Bäsâ hangt"). Man kann meist in der Zeit von September bis Februar - also nach der Weinlese - "a Viertele schlotzâ gehâ". Die Besen in der Region inklusive Öffnungszeiten findet man unter www.besenkalender.de

Bruddler

Das bruddeln gehört zur Lieblingsbeschäftigung der Schwaben. Wenn die Sonne scheint, ist es zu heiß, kaum ist die Sonne weg "isch wieder a Sauwedder". Der Schwabe hält sich an das Grundmotto: "Ned bruddelt isch gnug globt."

Gelbfüßler

Des Schwaben natürlicher Feind: der Badenser.

D'r Wasâ

Im Gegensatz zur Münchner Wiesn ist der Wasen maskulin. In seiner vollen Länge heißt er eigentlich Cannstatter Wasen. Wenn man es genau nimmt, ist damit das Gelände gemeint auf dem im Herbst das Cannstatter Volksfest, im Frühling das Stuttgarter Frühlingsfest und ab und an auch andere Veranstaltungen wie Open Air Konzerte oder der Weihnachtszirkus stattfinden. Oftmals wird aber auch für das Volksfest synonym der Ausdruck Wasen verwendet.

Sodele, des war's erschtamol. I däd sagâ, d'r Reschd fendet'r selb'r raus!